50 Jahre Sprengung der Garnisonkirche

„Geschichte erinnern – Verantwortung lernen

                          Versöhnung leben „

-Aufschrift auf dem Informationsraum vor der aktuellen Baustelle zum Wiederaufbau der Garnisonkirche

 

Wer sich hier mit wem versöhnt, bestimmen ja wohl immer noch die Deutschen!

Am 23. Juni 1968 wurde die Garnisonkirche nach Beschluss der SED endgültig gesprengt. Das Vorhaben eine Kirche wiederaufzubauen, die schon vor 1918 für „militaristische, antidemokratische und nationalistische Gesinnungen“ [1] stand, die während der Weimarer Republik der „Symbolbau der extremen Rechten schlechthin“ [2] war, in der die symbolische Machtübergabe und Versöhnung von alten und neuen Rechten stattfand, in der die NSDAP u.a. Gautage veranstaltete und die zur Zeit des Nationalsozialismus als „Wehrmachtseelsorge“ fungierte, kann nur als Projekt einer geschichtsrevisionistischen Erinnerungspolitik betrachtet werden.
Das Bild einer Kirche, die von der NSDAP lediglich missbraucht worden war, hält der Realität nicht stand.

Das Projekt des Wiederaufbaus der Garnisonkirche ist ein weiterer Teil einer deutschen „Wiedergutwerdungspolitik“, bei der die krampfhafte, von Deutschen verordnete „Versöhnung“ die „Erinnerung als höchste Form des Vergessens“ (Eike Geisel) darstellt.

[1] Matthias Grünzig, Für Deutschtum und Vaterland – Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert, Berlin 2017

[2] ebd.

 

 

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