Verschwörungsdenken und Ressentiment: „Ostermarsch“ in Potsdam (2018)

Am 24.03.2018 fand unter Beteiligung der Partei Die Linke, der DKP, IPPNW, Mahnwachen für den Frieden und der MLPD der „friedensbewegte“ Ostermarsch in Potsdam statt. Zu sehen war u.a. das unten aufgeführte Plakat.
Neben dem Aspekt der behaupteten (Medien-) Verschwörung wird hier versucht abstrakte Verhältnisse in der kapitalistischen Gesellschaft durch dichotome Schuldzuweisungen zu erklären. Dass diese Art der „linken“ Kritik meist im Ressentiment endet, dürfte eigentlich eigentlich keine neue Erkenntnis sein und sollte Anlass für eine emanzipatorische Linke sein sich klar zu distanzieren.

Im Anschluss an den oben benannten Ostermarsch schlossen sich 2 Leute der MLPD samt Plakat mit der Aufschrift „Gegen jede imperialistische Aggression!“ einer pro-kurdischen Kundgebung anläßlich des „World Afrin Day“ an. Als Genoss*innen die Leute der MLPD auf den Antisemitismus der eigenen Partei ansprachen und baten, das Plakat doch bitte runterzunehmen, reagierte man trotzig und tat überrascht vom Vorwurf des Antisemitismus. Dass ebendiese Partei bei einer Wahlkundgebung im Oktober vergangenen Jahres in Neukölln bezüglich der Lebenssituation von Palästinenser*innen von „KZ- ähnlichen Zuständen“ sprach und damit die Shoah relativierte, ist dabei nur ein Beispiel für den israelbezogenen Antisemitismus dieser Partei. [1]

Desweiteren zeigte sich in der anschließenden Diskussion, dass sie den Slogan ihres Plakats, ohne jedes Bewusstsein für den historischen Hintergrund dieses Staates und die anwährenden Angriffe gegen ihn, schablonenhaft auf Israel übertragen konnten und deuteten militärische Interventionen Israels zwecks Verteidigung und Existenz zu „imperialistischen Agressionen“ um. Für uns hat das nichts mit einer kommunistischen Linken zu tun!
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[1] https://www.tagesspiegel.de/…/antisemitismus-…/20428224.html

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